{"id":4297,"date":"2017-09-21T09:52:16","date_gmt":"2017-09-21T09:52:16","guid":{"rendered":"http:\/\/www.kulturflecken.de\/wordpress\/?page_id=4297"},"modified":"2017-09-21T09:53:08","modified_gmt":"2017-09-21T09:53:08","slug":"diesmal-nicht-als-ingomann","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.kulturflecken.de\/wordpress\/?page_id=4297","title":{"rendered":"Diesmal nicht als &#8222;Ingomann&#8220;"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.kulturflecken.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/Ingomann.jpg\" alt=\"\" width=\"500\" height=\"437\" class=\"aligncenter size-full wp-image-4298\" srcset=\"https:\/\/www.kulturflecken.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/Ingomann.jpg 500w, https:\/\/www.kulturflecken.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/Ingomann-300x262.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 500px) 100vw, 500px\" \/><\/p>\n<p>Freudenberg. <strong>Jon Flemming Olsen gab fast ein Wohnzimmerkonzert im Kulturflecken Silberstern. Er stellte sein neues Album vor: \u201eVon ganz allein\u201c.<\/strong><\/p>\n<p>zel &#8211; Er spielt auch Wohnzimmerkonzerte. Das am Montagabend im Kulturflecken Silberstern in Freudenberg war fast eins. Das muckelig warme Veranstaltungs\u00f6rtchen schien so recht nach dem Geschmack von Jon Flemming Olsen zu sein. Gut m\u00f6glich, dass sein Auftritt dem zugewandten Liedermacher genauso gut gefallen hat wie dem Publikum, das die Ohren auf Empfang gestellt hatte. \u201eVon ganz allein\u201c \u2013 und weil Sender und Empf\u00e4nger es so wollten \u2013 stellte sich in dieser Gem\u00fctlichkeit eine Beziehung her, die gut zwei Stunden trug. Dass Olsen in der WDR-Impro-Produktion \u201eDittsche\u201c Olli Dittrichs \u201eIngomann\u201c, den Imbissbetreiber, spielt, tat an dem Abend fast nichts zu Sache, die Haare unter der Vokuhila-Per\u00fccke sind kurz, die Musik, die der Musiker macht, ist gut. \u201eVon ganz allein\u201c ist der Titel des neuen Olsen-Albums, das er \u00fcber Crowdfunding finanziert hat. Die Lieder sind auf zwei Reisen entstanden (im Februar 2016 nach Amsterdam, im Mai nach Kopenhagen), vorsichtshalber war eine Gitarre mitgereist \u2013 und es lief wunderbar, das Songschreiben auf Deutsch, wie der Musiker erz\u00e4hlte. Sogar zu einem Fr\u00fchwerk, von dem es nur den Refrain gab, stellte sich eine gute Geschichte ein (\u201eWilder Mond\u201c).<\/p>\n<p><strong>Zwischen \u201eSitzwalzer\u201c und \u201eMutlied\u201c f\u00fcr Zauderer und Z\u00f6gerer<\/strong><br \/>\nDie Geschichten, die der Mann aus dem Norden zur Akustik-Gitarre singt, sind pers\u00f6nlich motiviert oder im Au\u00dfen gut beobachtet und meist allgemeing\u00fcltig, die Innenschau ist vor allem nie peinlich. Olsen singt und spielt vom Gef\u00fchl, wenn Schneeflocken auf einen zurasen (\u201eDie letzten Galaxien\u201c), von der Schwierigkeit, ein Liebeslied zu schreiben (mit \u201eBis der Morgen das Dunkel zerbricht\u201c ist ihm doch eins gelungen!) und von der Jugend, die sich bei ihm im Dorf an der Ostsee am Stein im Feld trifft, weil es sonst nichts gibt (\u201eAlles so weit weg\u201c). Das Zuh\u00f6ren war schon sch\u00f6n, aber das Mitmachen gefiel auch, zumal der halbe Chor Die Zwischent\u00f6ne im Publikum sa\u00df. Dessen Dirigent Sebastian Burbach, ein gut vernetzter Musiker, hatte Kontakt zu Jon Flemming Olsen aufgenommen und ihn f\u00fcr das Konzert im Kulturflecken Silberstern begeistern k\u00f6nnen. Die beiden verstanden sich h\u00f6rbar gut, denn Burbach begleitete Olsen bei \u201eHalt mich nochmal\u201c auf dem Akkordeon (es wurde eher nach innen getanzt, eine Art \u201eSitzwalzer\u201c), und er spielte Gitarre und sang mit ihm bei \u201eWenn du\u2019s wirklich willst\u201c, ein \u201eMutlied\u201c, das Z\u00f6gerer und Zauderer (wie Olsen nach eigenem Bekunden auch einer ist) ert\u00fcchtigen kann, sich endlich zu entscheiden und es dann zu lieben oder zu lassen. Bei seiner Musik ist der Mann in dieser Angelegenheit zum Gl\u00fcck ganz klar!<\/p>\n<p><strong>Aus \u201eBallroom Blitz\u201c wird \u201eKarl-Heinz Schmitz\u201c<\/strong><br \/>\nNeben stillen Geschichten zur gezupften Gitarre haute Jon Flemming Olsen auch richtig in die Saiten, auch in die der Bluegras-Mandoline, die sofort gute Laune machte. Sie kam bei der deutschen Fassung von \u201eDaydream\u201c von The Loving Spoonful zum Einsatz (\u201eEs gibt Tage, da tr\u00e4um\u2019 ich\u2005\u2026\u201c) und wollte rhythmisch beklatscht werden (Rock\u2005\u2019n\u2019\u2005Roll auf 2 und 4, nicht \u201eMusikantenstadl\u201c auf 1 und 3!). Das ist noch so eine Spezialit\u00e4t von Olsen: englischen Hits ins Deutsche hin\u00fcberzuhelfen. Da sangen und klatschten nicht nur die Zwischent\u00f6ne mit. Besonders gelungen: \u201eDu bist doch ihr Sonn\u2019schein, sie wird es immer gut mein\u2019, erwachsen wirst du nie sein \u2013 oh, nicht f\u00fcr deine Muddi!\u201c Na, stellt sich da nicht beim Lesen der Rhythmus von \u201eBlame It On The Boogie\u201c von Jackson 5 ein? Oder wie w\u00e4re es hiermit: \u201eIhr k\u00f6nnt sehn: Ich bin sch\u00f6n, die Frauen wollen mit mir gehn, guten Abend, ich bin Karl-Heinz Schmitz, Karl-Heinz Schmitz\u201c? Ja, The Sweet waren Olsens Lieblingsband, als Jon Flemming vielleicht neun war. Jetzt ist er 52 und spielt seine Version von \u201eBallroom Blitz\u201c. War ja auch mal Zeit f\u00fcr einen Song \u00fcber einen Bl\u00f6dmann! \u201eNee, nee, ja, ja\u201c \u2013 wie denn jetzt? Die eindeutige Antwort aus dem \u201eWohnzimmer\u201c: herzlicher Applaus.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Freudenberg. Jon Flemming Olsen gab fast ein Wohnzimmerkonzert im Kulturflecken Silberstern. 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